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GdB

Grad der Behinderung
Fachbegriffe und Abkürzungen aus dem Bereich Schwerbehinderung.
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Der Grad der Behinderung (GdB) ist ein zentraler Begriff im deutschen Schwerbehindertenrecht. Er drückt aus, wie stark die körperliche, geistige oder seelische Funktion eines Menschen durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung eingeschränkt ist. Ziel des GdB ist es festzustellen, wie sehr die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt wird – immer im Vergleich zu einem gesunden Menschen gleichen Alters.

Die GdB-Skala im Überblick

Der GdB wird in Zehnerschritten gemessen. Die Skala beginnt bei 10 und endet beim Höchstwert 100.

GdB-Wert Bedeutung & rechtlicher Status
10 oder 20 Eine leichte Behinderung liegt vor. Es besteht jedoch noch kein Anspruch auf einen Schwerbehindertenstatus oder weitreichende Nachteilsausgleiche.
30 oder 40 Es liegt eine Behinderung vor. Betroffene können bei der Agentur für Arbeit eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen beantragen (wichtig für den Kündigungsschutz).
Ab 50 Ab diesem Wert gilt man offiziell als schwerbehindert. Betroffene erhalten einen Schwerbehindertenausweis und vollen Anspruch auf Nachteilsausgleiche.

Wie wird der GdB festgestellt?

Der GdB wird nicht vom Hausarzt festgelegt, sondern muss beim zuständigen Versorgungsamt (oder der nach Landesrecht zuständigen Behörde) beantragt werden. Als Basis dienen ärztliche Berichte, Gutachten und Befunde.

Die Behörde bewertet die Einschränkungen anhand der sogenannten Versorgungsmedizinischen Grundsätze. Dies ist ein rechtlicher Katalog, der Richtwerte für fast alle bekannten Krankheiten und Behinderungen vorgibt.

Besonderheit: Mehrere Erkrankungen zusammenrechnen?

Liegen mehrere Krankheiten oder Einschränkungen vor, werden die einzelnen GdB-Werte nicht einfach addiert (Beispiel: Ein GdB von 30 und ein GdB von 20 ergeben nicht automatisch 50). Das Versorgungsamt bildet einen Gesamt-GdB. Dabei wird geprüft, wie sich die verschiedenen Beeinträchtigungen gegenseitig beeinflussen und wie stark die Gesamtauswirkung auf den Alltag ist.

Warum ist der GdB wichtig? (Nachteilsausgleiche)

Je höher der GdB, desto mehr Unterstützung und sogenannte Nachteilsausgleiche stehen Betroffenen zu. Ab einem GdB von 50 profitieren Sie unter anderem von:

  • Einem besonderen Kündigungsschutz am Arbeitsplatz.
  • Bis zu 5 Tagen Zusatzurlaub pro Jahr.
  • Finanziellen Entlastungen (z. B. dem Behinderten-Pauschbetrag bei der Steuer).
  • Der Möglichkeit, früher und ohne Abschläge in die Altersrente zu gehen.
Geprüft am: 5. März 2026
Gültig ab: 1. Juni 2026
Gültig bis: 11. Juni 2026
Quellen & Nachweise:
  • haha
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